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Die Bachelorette: Wie Show und Werbeumfeld auf die Zielgruppe wirken

Nach einem Jahr Pause kehrte „Die Bachelorette“ Mitte Juni wieder auf den TV-Bildschirm zurück. MediaAnalyzer hat in Kooperation mit Survey Sampling International vom 27. bis 30. Juni über 300 weibliche Fans der Kuppelshow gefragt, wer ihr Favorit ist und die letzte Rose von der diesjährigen Bachelorette Jessica Paszka erhalten sollte. Drei Rosenkavaliere liefern sich dabei ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Außerdem: Was machen die Zuschauerinnen in der Werbepause? Und: Wissen die Fans eigentlich, welche Marke die aktuelle Staffel präsentiert und sich daran macht, Amarula aus den Köpfen zu verdrängen?

So bewerten die Fans die Bachelorette

Die 27-jährige Jessica Paszka steht im Mittelpunkt der diesjährigen Staffel. Die Studienteilnehmerinnen haben die Bachelorette anhand verschiedener Eigenschaften bewertet. Das herausstechende Merkmal ist ihre Attraktivität (77%). Sie wirkt außerdem sympathisch (58%) und romantisch (54%). Andererseits sind die Werte für echt (38%), bodenständig (38%) und glaubwürdig (37%) deutlich schwächer. Das dürfte unter anderem auch in der bisherigen TV-Vita von Jessica Paszka begründet sein: 2014 war sie selbst noch Kandidatin bei „Der Bachelor“ und nahm anschließend bei „Das perfekte Promi-Dinner“ teil. Es folgten weitere TV-Auftritte bei „mieten, kaufen, wohnen“ und „Promi-Big-Brother“. Zwischendurch wurde sie vom Magazin taff bei diversen Schönheitsoperationen begleitet. Dieser Karriereweg deutet nicht unbedingt darauf hin, dass die Bachelorette trotz gegenteiliger Beteuerungen wahrhaftig auf der Suche nach der großen Liebe ist.

Aber darum geht es den Zuschauerinnen der Sendung auch gar nicht. Für sie ist „Die Bachelorette“ vor allem witzige Fernsehunterhaltung (27%), bei der sie die Abgründe menschlichen Verhaltens (9%) studieren können, wenn sich zwanzig junge Männer um eine Frau balzen und sich dabei zum Affen machen oder ganz unmännlich anzicken (9%). Kurz: Es geht ihnen vor allem ums Lästern. Doch den Fans der Sendung gefällt nicht alles. So bemängeln sie, dass die Situationen teilweise gestellt und übertrieben wirken (17%) und die Kandidaten eingebildet und dumm sind (14%). Das wiederum ist eine Nebenwirkung, die die Fans der Sendung verschmerzen, so lange sie dabei attraktive und sehr oft halbnackt posierende Männer sehen können (11%). Und von denen gibt es in dieser Staffel eine ganze Menge.

Diese Männer lassen Frauenherzen höher schlagen

Drei von ihnen stehen bereits zur Halbzeit ganz oben in der Gunst der Zuschauerinnen: Top-Favorit ist der 24-jähriger Werkzeugmechaniker Arnold, der insgesamt 20% aller Stimmen auf sich vereinen konnte. Bei den Single-Frauen steigt sein Wert sogar auf 23%. Dahinter folgen der amtierende „Mister Rheinland Pfalz“ Marco (total: 15%, bei Singles: 22%) und Schlagzeuger David (total: 14%, bei Singles: 14%). Erstaunlich: Unter den Zuschauerinnen, die in einer Partnerschaft leben, stürmt Fitnesstrainer Sebastian auf Platz 2 (16%).

Ob die Bachelorette Jessica am Ende einen ähnlichen Geschmack zeigt, werden die kommenden Folgen zeigen.

Für RTL ist „Die Bachelorette“ nicht einfach nur eine Unterhaltungssendung, sondern vor allem ein Format, das ein Millionen-Publikum anlockt und lukrative Werbeplätze bietet. Die befragten Bachelorette-Fans nutzen die Werbepause, um zwischendurch im Internet zu surfen (42%) oder zum Kühlschrank zu gehen (39%). Bei über der Hälfte der Befragten läuft die Werbung nebenbei weiter (53%), lediglich 31% schalten ganz bewusst um. Bei ungefähr zwanzig Werbespots pro Werbepause reicht die Zeit für die überwiegende Mehrheit (71%) aus, um zur Toilette zu gehen.

Werbewirkung im Umfeld von "Die Bachelorette"

Spätestens zum Abschluss des Werbeblocks, wenn im Presenter-Spot angekündigt wird, dass es jetzt weiter geht mit der Bachelorette, sind alle wieder vor dem Fernseher. Aber wissen die Fans eigentlich, welche Marke die aktuelle Staffel präsentiert? Neun von zehn Befragten geben zu, die präsentierende Marke nicht zu kennen. Und selbst bei den 11%, die sich sicher sind, von wem die Sendung präsentiert wird, antwortet nur ein Viertel korrekt mit Fiat 500. Allerdings hatten die Befragten zum Zeitpunkt der Befragung in der dritten Ausstrahlungswoche auch erst zwei- bis dreimal die Chance, die Presentermarke zu lernen. Welche Power in dem Format steckt, zeigt die noch relativ hohe Verwechslung mit Amarula. Dies ist jedoch zu einem so frühen Zeitpunkt nicht sonderlich überraschend sondern eher nahe liegend, denn Amarula sponsert das Bachelor-Original bereits seit 2012 und konnte damit auch die Bekanntheit und den Absatz steigern.

Ob es Fiat gelingen wird, einen ähnlichen Effekt zu erzielen, bleibt abzuwarten. Zwar setzt sich der Presenter-Spot am Ende des Werbeblocks bereits jetzt schon sehr gut durch (71% ungestützte Werbeerinnerung), jedoch fehlt dem Spot eine enge inhaltliche Verbindung zur Sendung, wie es Amarula so gut gelungen ist.

Neben Fiat nutzen aber auch andere Marken das Umfeld der Bachelorette, um ihre Zielgruppen zu erreichen. MediaAnalyzer hat als Spezialist für Werbewirkungsforschung die Wirkung von zwölf TV-Spots untersucht. Testsieger war der Spot von Tchibo Cafissimo (Score: 76%), gefolgt von den Damenrasierer-Spots von Wilkinson (66%) und Nivea (60%). Schlusslichter sind die Zahnpasta-Spots von Blend-a-med (28%) und Sensodyne (15%). Weitere Details zu Werbewirkung dieser Spots werden demnächst veröffentlicht.