Die MarktforscherInnen von MediaAnalyzer und Horizoom haben bundesweit Fußballfans in einer repräsentativen Umfrage befragt, welche 18 Vereine aus ihrer Sicht in die erste Bundesliga gehören.

Borussia Dortmund ist der Herzensmeister

Mit satten 87 % Zustimmung sichert sich Borussia Dortmund den Spitzenplatz. Der BVB überflügelt damit sogar den FC Bayern München (79 %), was BVB-Fans vermutlich mit Genugtuung erfüllen wird. Auch der VfB Stuttgart (80 %) liegt noch vor dem Rekordmeister – ein bemerkenswerter Achtungserfolg für die Schwaben. Dicht dahinter folgen Mönchengladbach, Frankfurt sowie Vizemeister Leverkusen, der mit zumeist attraktivem Fußball seit Jahren Fans hinzugewinnt.

Tradition schlägt Erfolg

Der FC Schalke 04 (70 %) – aktuell zweitklassig – wird von den Fans klar in die Bundesliga gewünscht. Ein starkes Votum für die Fußballtradition des Vereins. Weit abgeschlagen landet hingegen RB Leipzig mit nur 32 % Zustimmung. Trotz sportlicher Erfolge und Champions-League-Erfahrung bleibt der Klub in den Köpfen vieler Fans offenbar ein Fremdkörper – kaum ein Verein polarisiert mehr.

Klare Unterschiede: Freiburg stark, Mainz schwach

Mit 63 % schafft es der SC Freiburg in die obere Tabellenhälfte des Fan-Rankings – ein Zeichen der Anerkennung für solides Management, Bodenständigkeit und Kontinuität. Und auch der FC St. Pauli (55 %) gehört für viele Fans als ‚etwas anderer‘ Verein ebenfalls klar in die Bundesliga.

Union Berlin (52 %) behauptet sich solide im Mittelfeld und liegt knapp vor dem Lokalrivalen Hertha BSC (51 %). Der 1. FC Kaiserslautern (53 %) überrascht positiv und wird trotz seiner Zweitklassigkeit über Mainz, Wolfsburg oder Hoffenheim (37 %) eingeordnet. Deutlich schlechter schneiden dagegen Mainz 05 (44 %) und der VfL Wolfsburg (43 %) teilen sich trotz Erstklassigkeit in dem Fan-Ranking die Abstiegsplätze – Vereine, die trotz Erstklassigkeit offenbar weniger Emotionen auslösen.

Aktuelle auf- und Absteiger decken sich mit den Fanwünschen

Während es die beiden aktuellen Bundesliga-Absteiger Kiel und Bochum nicht in die Wunsch-Bundesliga der Fans geschafft haben, sind die Traditionsvereine des 1. FC Köln und des HSV ganz klar dabei. Da hat der Fußballgott ein glückliches Händchen gehabt. In der kommenden Saison wird also wieder einen vergleichsweise hohen Anteil an Klubs haben, die sich die Fußballfans auch wirklich in der ersten Liga wünschen. Da hat der Fußballgott ein glückliches Händchen gehabt.

Klare Außenseiter: Wen vermisst kaum jemand?

Das Tabellenende ist ebenso deutlich: Der insolvente KFC Uerdingen (5 %), Preußen Münster (7 %) oder die SpVgg Unterhaching wurden kaum genannt. Auch aktuelle Zweit- oder Drittligisten wie Ingolstadt, Regensburg, Elversberg oder Osnabrück erreichen nur rund 10 % Zustimmung.

Was gab den Ausschlag? Und wer wählte wie?

Die Befragten gaben eine bunte Mischung an Begründungen für ihre Wahl. Ein Fan schrieb ganz klar: „Vereine ohne Geschichte haben in der Bundesliga nichts verloren.“ Ein anderer meinte „Finde, dass es eine interessante Mischung ist.“ Eine weitere Stimme war emotionaler: „Weil sie Fußball leben!“. Ein Blick in die unterschiedlichen Fangruppen zeigt, wie stark sich die Präferenzen unterscheiden. So erreichen Dresden und Leipzig im Osten deutlich höhere Werte als im Rest der Republik. Und im Norden liegt beispielsweise Werder vorn.

Fazit: Fußball ist mehr als Leistung

„Die Ergebnisse zeigen deutlich: Fußball funktioniert nicht rein rational. Für viele Fans zählen Geschichte, Emotion und Identifikation mindestens genauso wie Tabellenplätze“, erklärt Joachim Netz von MediaAnalyzer. Vereine wie der HSV oder Kaiserslautern beweisen, dass Traditionsclubs auch nach langer Unterklassigkeit nie vergessen werden. Selbst wenn sich nur noch die Senioren an die besten Zeiten des Vereins erinnern. Ob Kult, Krise oder Kommerz – die Bundesliga lebt nicht nur vom sportlichen Wettbewerb, sondern auch von der Leidenschaft der Fans.

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